31 - Wie geht's nach dem Wettkampf weiter?

Shownotes

All meine Links: https://linktr.ee/leatoranjenner

Sprachnachricht: www.zirkus-hotline.de

In dieser Folge:

  • Paris ↔ Deutschland: Leben zwischen Show-World und Wettkampf-World
  • Warum schnelle Wechsel (Ort/Menschen/Modus) mental schwer zu „assimilieren“ sind
  • German Open-Recap mit Abstand: Was Lea aus dem Testwettkampf mitnimmt
  • Feedback zur Kür: „zu artistisch“ – und was das im Bewertungscode bedeutet
  • Die Entscheidung: Kommerziellere Musik + klareres Thema für die Jury
  • Kür-Update: Elemente neu sortiert, Kategorien abgedeckt, zwei neue Durchbrüche
  • Zielsetzung ohne Druck: Fokus auf Schwierigkeit & Entwicklung statt „Titel“
  • Underdog-Mindset: warum weniger Erwartungsdruck manchmal besser ist
  • Behind the scenes: LED-Rad-Gala in Düsseldorf, Logistik, Timing, Technik

Community Q&A:

  • Drehrichtung & „beidseitig“ trainieren – was realistisch ist
  • Muskelkater: warum auch Trainierte ihn haben
  • Training unterwegs: Cardio, Mobility, wenig Kraft – Fokus aufs Rad
  • Zirkusschule 2011–2014: Stundenplan, Pflichtfächer, Schauspiel/Clown/Buffon, Comfort Zone

Erwähnt:

- Engagement im Moulin Rouge (Paris)

- German Open (Bielefeld)

- Gala/Private Event in Düsseldorf (LED-Rad)

  • Termin in Mannheim (Future Project – noch confidential)

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Transcript

Hallo und willkommen zu einer weiteren Folge der Zirkus Hotline. Euer wöchentlicher Anruf einer echten Zirkusartistin von irgendwoher aus der Welt, dieses Mal wieder aus Paris. Sie ist hier zurück in Paris, obwohl ich dieses Wochenende auch gestern vorgestern in Deutschland war und auch morgen wieder nach Deutschland fahre. Es ist gerade sehr viel zwischen Deutschland und Paris, was irgendwie auch sehr cool ist, weil das war ja der Originalplan mit diesem Engagement hier im Mona Rouge in Paris, dass ich 3 Tage die Woche hier fest arbeite und dann 4 Tage hab wo ich andere coole Sachen machen kann und es fühlt sich schon immer so an, dass wenn ich an diesen 4 Tagen irgendwo hinfahr, irgendwas ganz anderes mach, dass sich das immer so anfühlt, wie wenn ich schon länger weg war, also wie wenn es die ganze Woche ist oder so und wenn wir dann wieder die ersten Shows spielen, dann ist es so, oh wow, ja stimmt, die Duo Nummer schon ewig nicht mehr gemacht und ist eigentlich ein ganz cooles Gefühl, wenn man dann so in so 2 Welten lebt und insgesamt hab ich gerade ganz stark das Gefühl in verschiedenen Welten zu leben, es ist teilweise ein bisschen schwer, das zu assimilieren und ich glaube, da geht es auch in dieser Folge drum, um diese ganzen Parallelwelten und Dinge, die es irgendwie noch so nebenbei gibt und wie es teilweise doch echt schwer ist, wenn man irgendwie keine festen Routinen hat beziehungsweise wenn man in so vielen Orten gleichzeitig stattfindet, das gut zu kombinieren oder dass es kompatibel ist. Ich glaub, das ist so der Hauptteil und im Prinzip ist mir das ganz stark aufgefallen, jetzt in einigen längeren Zugreisen, ich bin ja jetzt viel gereist, dadurch dass ich letzte Woche bei dem Wettkampf war, dann diese Woche hab ich eine Gala gespielt und jetzt fahr ich noch mal. Da waren sehr viele einfach lange Zugreisen und lange Zugreisen sowie lange Flugreisen sind immer sehr gut, um irgendwie aus dem Fenster zu gucken und Musik zu hören und so ein bisschen zu reflektieren und zu analysieren und assimilieren und eine groe Sache, die mir aufgefallen ist, ist, dass ich irgendwie so in den letzten Wochen von Welt zu Welt gesprungen bin. Also an einem Tag war ich in einer Turnhalle und hab einen Wettkampf geturnt mit Leuten, die es hier als Hobby machen, die ganz normal in Anführungszeichen Leben führen und sie halt einfach als Hobby dazukommt und man sich dann trifft in einer Turnhalle, um dieses Hobby nachzugehen. Und einige Stunden später war ich wieder in Paris im Moulin Rouge, wo man irgendwie vor 800 Leuten performt, live und es ist so ein super Highend Ort, von dem ganz viele Artisten träumen, dass sie immer irgendwann auftreten. Es ist was ganz Besonderes und was ganz Grosses und irgendwie der Mensch ist nicht so richtig dafür gemacht, so schnell so grosse Sprünge zu haben, genauso wie mit Menschen zusammen zu sein. Man ist dann manchmal mit Menschen zusammen, die kenn einen oder kenn einen gut oder kenn einen weniger gut, aber einfach, man kennt immer so verschiedene Facetten von den Leuten, aber nicht alle kennen mich komplett. Ich weiss nicht, ob das so richtig Sinn macht, wenn ich das versuch zu erklären, aber es war jetzt, also jetzt gerade dieser Schwung zwischen dem Wettkampf und dann wieder hier in Paris zu sein, war ein ganz, ganz, ganz grosser Kontrast. Und das Lustige ist, dass ich ja in Anführungszeichen das Gleiche mach, also in beiden Orten. aber bin ich mit dem Cyr Rad aufgetreten auf der Bühne und einmal hab ich halt meine Kür performt und man könnte denken, es ist das Gleiche, aber es ist doch ein riesiger Unterschied von dem, was es wirklich ist. Und über den Wettergang hatte ich ja letzte Woche direkt ganz live geredet und jetzt natürlich mit einer Woche Zeit zum Assimilieren und neuen Informationen und so hab ich natürlich auch weiter überlegt, wie das weitergehen soll mit den Kren und damit können wir eigentlich heute starten, ist dass ich 1 von den Feedbacks, die ich oder einige von den Feedbacks, die ich bekommen hatte von mehreren Menschen, war, dass meine Nummer ein bisschen zu artistisch ist, artistisch und dass eine kommerziellere Musik leichter wäre umzusetzen. Und die Schwierigkeit, die ich da immer hatte in der Vergangenheit, war ja, dass ich auch in den Sport reingekommen bin, um den Sport auch irgendwie zu verändern. Also mein Anspruch war es, dass die Leute, die sie ja nur aus dem Sport kennen, auch in Kontakt kommen mit Leuten aus der Zirkuswelt oder aus der Statistikwelt und dass das auch ein Einfluss hat auf den Sport. Natürlich ist es aber nicht in meinem Sinne eine Nummer zu machen, die zu artistisch ist, in Anführungszeichen, die dann nicht angenommen werden kann oder nicht gut bewertet werden kann, weil sie halt nicht in die Codes rein geht, in die Bewertungscodes im Prinzip. Also, dass ich mir einfach das Leben sehr schwer mach damit und ich hab sehr viel hin und her überlegt, was denn mein richtiges Ziel ist. Mach ich den Wettkampf, um da besonders gut abzuschneiden, mach ich den Wettkampf, um den Sport zu verändern, mach ich das fr das Publikum, was kommt, mach ich das fr mich, die Musik auch, ist es eine Musik, die ich nutzen möchte, weil ich auf der Spa hab oder ist es eigentlich mehr fr die Kampfrichter? Und im Endeffekt ist es ja schon so, dass man einen Wettkampf macht mit Regeln und dass man versucht, halt nach den Regeln was zu kreieren, was irgendwie gut ist oder gut passt. Und ich hatte jetzt auch in der Vergangenheit ganz viel die Erfahrung gemacht, dass man mit einigen Anforderungen oder mit einigen Regeln kann man noch viel kreativer werden, weil man im Prinzip so eine Box hat und man diese Box versucht komplett auszufüllen. Das waren auch Aufgaben, die ich hatte damals an der Zirkelschule, wo wir, wenn man irgendwelche Kreativaufgaben hatte, ging es immer darum, dass man irgendeine Anforderung trotzdem kriegt. Anforderung kann sein, die Bewegungen sollen sehr gro sein oder sehr klein sein oder nicht mehr als 2 Meter bewegen oder nur mit einem Arm oder einfach irgendeine Anforderung, die dann dazu führt, dass man in dem Bereich, den man aber noch übrig hat, guckt, wie man da kreativ das umsetzen kann. Und in diesem Fall, bei dem Wettkampf, ist es ja sehr ähnlich. Es gibt sozusagen Anforderungen von, man muss so und so viele Elemente zeigen, die Queer darf so und so lang sein, das und das und das wird alles bewertet und das gibt einem schon so einen grossen Rahmen. Man muss sich halt innerhalb von diesem Rahmen bewegen, aber man kann innerhalb gucken, was man da alles machen kann. Und es ist ja von vornherein fr mich auch so eine Aufgabe gewesen oder so eine bung gewesen, mal zu gucken, was ich damit machen kann und wie ich mich innerhalb von diesem ganzen Ding weiterentwickeln kann, sowohl technisch als auch artistisch. Es ging ursprünglich eigentlich mehr um Technik, also es ging immer darum, neue Tricks zu lernen und irgendwie zu gucken, wie weit ich komme und halt diese Struktur von dem Wettkampf hat ganz stark geholfen, dass ich weiter Tricks lernen kann. Aber natürlich geht es schon auch darum zu gucken, wie cool kann man eine Kr machen, die nur 3 Minuten 15 geht mit diesen ganzen Anforderungen, dass die ganzen Elemente drin sein müssen, von verschiedenen Kategorien und ich glaube auch, das ist irgendwo auch 'ne artistisch interessante Aufgabe. Lange Rede, lange Rede, kurzer Sinn, ich habe dann irgendwann überlegt, dass die Musik, die ich benutzt hab fr diese Kr, fr diesen Testwettkampf bei den German Open, ist eine Musik, die ich gekriegt hab vom Cirque du Soleil, das ist eine Showmusik, ich weiss, es ist eine gute Musik, es ist eine berührende Musik, die macht total Spass auf der zu performen und ich glaub, das kommt auch beim Publikum gut an. Aber ich glaube, es ist keine gute Wettkampfmusik, das heisst, sie ist nicht leicht zu verdauen und sie ist nicht ein Song, den man vielleicht schon kennt und man würde, wenn man Shows macht, solche Musik normalerweise nicht nehmen fr Shows, weil die normalerweise schon geframed sind. Also man nimmt keine Musik, die man schon kennt oder die irgendwie Mainstream ist, weil die halt irgendeine Verbundenheit hat, irgendwie schon ein Framing hat. Aber im Wettkampf ist es eigentlich genau das, was gewollt wird. Es wird gewollt, dass man ein Thema interpretiert und wenn man dann halt eine Musik nimmt mit einem bestimmten Thema, wo das Kostüm dann noch dazu passt, dann ist es einfach sehr viel leichter, Punkte zu vergeben. Und dementsprechend habe ich mich jetzt entschlossen, eine eine Musik zu benutzen, davon ich werd noch nicht die Musik erzählen, aber die kennt ihr alle. Also, es ist eine eine Mainstreammusik, die man kennt mit Thema und ich habe mich entschlossen, das jetzt so zu machen, wie der Wettkampf das erwartet, in Anführungszeichen. Auch wenn es nicht die ursprüngliche Idee von mir war, ist das sozusagen, ich möchte mich weiter anpassen an die Wettkampfwelt und ich möchte mir das nicht unnötig schwer machen. weil es schon schwer genug ist. Es gibt viele, viele Gründe, warum der Wettkampf dieses Jahr sehr viel schwerer ist und ich mir es noch schwerer zu machen, ist irgendwie ein bisschen unnötig. Das heisst, jetzt in dieser letzten Woche habe ich innerhalb von einer Woche jeden Tag tausende von Musiken angehört, bis ich eine Musik gefunden hab, wo ich gemerkt hab, das ist sie oder das könnte sie sein. Dann hab ich diese Musik geschnitten, weil es muss ja 3 Minuten 15 sein, also muss man auch zusammenschneiden und es hat perfekt war, sehr leicht zu schneiden. und dann hab ich angefangen, eine neue Kür da drauf zu bauen und ich hab richtig Spa an der Musik und es ist zwar was sehr Kommerzielles und es ist was, was die Leute schon kennen und es ist vielleicht auch ein kleines bisschen ein Klischee, aber ich hab sehr viel Spa damit und ich habe Lust jetzt diese Kür auszubauen und in dem Zuge hab ich auch Elemente verändert, also es gab einige Elemente, die nicht gezählt haben letztes Mal, es gibt verschiedene Elementegruppen, die man alle abdecken muss Und wenn man aus einer Gruppe ein Element nicht zeigt oder wenn es nicht gezählt wird, dann die ganze Gruppe wegfällt, hat man halt sehr grosse Abzüge. Das heisst, ich hab noch mal alles durchdacht, geguckt, was ich wie viele Elemente von welchen Gruppen ich im Moment turne, welche davon kann ich ganz, ganz sicher, welche davon kann ich eigentlich haben jetzt nicht funktioniert, aber die kann ich eigentlich oder welche davon haben jetzt nicht funktioniert, kann ich eigentlich auch noch nicht und wie viel Arbeit möchte ich da noch reinstecken, dann hab ich ein bisschen was rumgewurschtelt. Ich hab jetzt andere Elemente reingetan als bei diesem Wettkampf. Lustigerweise ist in dieser Woche hatte ich auch so ein 2 Durchbrüche von 2 neuen Elementen, die ich jetzt mit einbauen kann. Also das ist auch irgendwie sehr cool und dementsprechend war dieser Testwettkampf eigentlich perfekt. Also er war eigentlich genau das, was ich brauchte, um mich auf die richtige Bahn zu bringen beziehungsweise mich woanders hinzubringen. Ich hätte zwar nicht erwartet, dass ich nach dem Wettkampf noch mal alles umschmeissen würde, noch mal alles verändern würde. Aber manchmal sind Wege so, manchmal ist der Weg nicht geradlinig, sondern so ein zackiges Auf und Ab und ich fühl mich aber jetzt mit der neuen Musik besser. Die neue Kür ist zwar noch nicht sicher, weil sie hat noch ganz, ganz Neues, also ich mach sie jetzt erst seit ein paar Tagen, aber ich hab ja jetzt 4 Monate Zeit, das heisst, da ist doch noch um einiges mehr Zeit da als bisher war und mein Ziel ist es, jetzt in dem nächsten Monat die Kür auf den Stand zu bringen, wo die jetzt diese letzte war, also dass ich sie kann, dass alle Elemente zählen und dann hab ich noch 3 Monate fr Feinheiten. Ich habe auch mir eine grosse Challenge gegeben fr ein neues Element, was ich mit einbauen möchte, da muss ich auch gucken, ob das überhaupt realistisch ist. Dem geb ich auch ungefhr so ein Monat und wenn es in einem Monat nicht klappt, dann muss man da noch mal umwürfeln. Aber es ist auf jeden Fall ein interessanter Prozess und es ist auch interessant zu sehen, wie sich das alles fr mich anfühlt, weil Natürlich war jetzt dieser Wettkampf so eine Erfahrung, wo ich auch zum ersten Mal so ein bisschen mitbekommen hab, wie es ist von aussen, was so die Erwartungen sind von aussen, was die Erwartungen sind von mir. Und ich hab mir ja immer gesagt, es ist ganz wichtig, dass ich mir nicht vornehme, bei den Weltmeisterschaften zu gewinnen, weil das ist sozusagen ein ganz schwieriges Ziel, es umzusetzen, weil es nicht nur von mir abhängt, sondern einfach von anderen Leuten und von ganz vielen anderen Faktoren und ich dann ganz schnell enttäuscht sein kann. Und mir ist auch wichtig, dass Leute um mich herum das auch nicht als Ziel haben fr mich, weil es ist dann verändert es, also dann macht es es nicht besser, auch wenn es mein Ziel nicht ist, aber Leute das von mir erwarten, macht es das natürlich nicht leichter fr mich. Und deswegen hab ich immer gesagt, ich möchte eine Schwierigkeit turnen von mindestens 4,5 fr die Artistik Kr und 4,0 fr die Technical Kr. Ich hab jetzt bei diesem Wettkampf 4,0 und 4,3 geturnt, aber haben viele Sachen nicht gezählt. Das heisst, ich glaub, das Ziel ist schon sehr, sehr realistisch und wenn ich das schaffen sollte, wäre das schon unglaublich, unglaublich gut. Also damit, das wär schon richtig, richtig cool. Und gleichzeitig, wenn ich aber ganz ehrlich zu mir bin, ist es ganz schwierig zu sagen, mir ist es egal, ob ich gewinne oder nicht, weil natürlich, wenn ich gewinne, natürlich ist es cool zu gewinnen. Also eigentlich ist es nicht egal, aber ich möchte das Ziel so nicht setzen, weil es einfach die Wahrscheinlichkeit, dass ich gewinne, ist nicht so gross. Das heisst, ich möchte jetzt nicht diese ganze Zeit Arbeit und Energie da reinstecken, um am Ende enttäuscht zu sein, sondern ich möchte die Zeit Arbeit und Energie da reinstecken und am Ende stolz auf mich sein, dass ich alles gegeben hab, was ich hätte geben können. und sozusagen das Ziel, was ich mir, also dass ich besser geworden bin in den 2 Jahren und dass ich mir die Kür anguckt von vor 2 Jahren und die Kür anguckt von diesem Jahr und sag, boah, Lea, krass, du hast dich voll verbessert. Das ist so, das ist so mein Hauptziel, das ist so, was ich erreichen möchte und im Moment ist es auf jeden Fall so, dass mich das extrem motiviert, dass ich extrem Lust hab auf den Wettkampf, dass auch jetzt ich die Erfahrung gemacht hab, wie es ist, vierte zu sein und es hat mich auch irgendwie gar nicht so gestört. Also, es war jetzt nicht so, dass ich gesagt hab, oh, voll enttäuscht, ich will jetzt keine Wettkämpfe machen, weil ich nur Vierte geworden bin, sondern darum ging es eigentlich gar nicht. Also, es ging wirklich um mich und meine Kr und wie ich halt auf den Punkt performe oder halt nicht performe und ich würd es natürlich schön finden, ein bisschen in Weltmeisterschaft noch besser vorbereitet zu sein, so dass ich dann auf den Punkt performe und dass ich dann einfach auch sehr zufrieden sein kann mit meiner Leistung vor Ort. Das heisst, die Reise geht weiter, das war bisher nur der erste Schritt und was ich auch ganz lustig finde, das ist mir irgendwann auch eingefallen, war was mich dieses Jahr so ein bisschen gestresst hat, war dass ich dadurch, dass ich vor 2 Jahren gewonnen hab, vor 2 Jahren war ich so der Underdog, ich bin da so ein bisschen letzte Minute hab ich mich angemeldet und ich hatte auch kaum Wettkampferfahrung und ich hab dann zwar am Ende, ich hab dann viel trainiert und am Ende noch mal sehr viel trainiert, aber meine Hoffnung war vielleicht eine Medaille zu gewinnen, und es war ein wie so ein grosses Experiment und auch ich glaub, die ganzen anderen Leute, die mitgemacht haben, die hatten mich gar nicht so richtig auf dem Schirm als richtige Konkurrentin, sondern ich war irgendwie so der Underdog und dann hab ich gewonnen und es war so what crazy O. K. und dieses Jahr bin ich halt die, die letztes Mal gewonnen hat, das heisst, ich weiss jetzt nicht, ob ich die Favoritin bin, ich würd nicht sagen, dass sie Favoritin war, aber jetzt auf jeden Fall nach diesem Wettkampf bin ich wieder zurück zu The Underdog Position gekommen und das find ich sehr cool, das nimmt es mir, das nimmt mir ein bisschen den Druck raus, macht es fr mich sehr viel angenehmer. Und dadurch, dass ich jetzt auch eine neue Kr mach, ist es so, dass ich mir denk, ah, wie cool, das heisst, es weiss auch immer, das weiss jetzt auch noch niemand, wie meine neue Kr aussieht, was fr eine Musik ist, dass sie ein Thema ist. Das heisst, es werden auch alle anderen Leute, die bei dem Wettkampf mitmachen oder die zu dem ganzen Wettkampf gehren, die werden das erst dann auch sehen beim nächsten Wettkampf, der dann wahrscheinlich die WM ist. Und das find ich auch irgendwie ein cooles Gefühl, was mir noch mal so ein bisschen Vertrauen gibt in mir. Was ich euch nicht erzählt hab ist, dass ich, als ich zu dem Wettkampf gefahren bin nach Bielefeld, hatte ich 2 Räder mitgenommen. Ich hab mein Trainingsrad mitgenommen fr den Wettkampf und ich hab auch mein LED Cyr Rad mitgenommen, weil ich nämlich diese Woche eine Gala gespielt hab und diese Gala war in Düsseldorf. Das heisst, auf dem Weg zurück vom Wettkampf, wieder zurück nach Paris, bin ich in Düsseldorf vorbeigefahren, bin dort an die Location gefahren, wo dann auch dieses Event stattgefunden hat, um da mein LED Rad schon abzugeben und aufzubauen, weil ich nämlich wusste, ich würde zu dieser Gala ganz kurz bevor sie Gala ankommt, anfängt ankommen und dann ist es immer so ein bisschen so mit dem LED Rad, das dauert ein bisschen länger das aufzubauen und möcht es einfach einmal checken und ich wusste, es würde sehr viel Stress rausnehmen, wenn ich das schon machen würde davor. Plus, ich bin nach Düsseldorf auch geflogen, weil es ganz früh morgens war und es gab zu der Zeit noch keine Züge. Das heisst, auf dem Weg zurück von meinem Wettkampf über Bielefeld, also von Bielefeld über Düsseldorf, bin ich nach Paris gefahren. Stopp in Düsseldorf, Rad aufgebaut, war dann wie in Paris, hab dann 3 Tage hier performt. Es waren aber eigentlich vom Gefühl her eigentlich nur 2 Tage, weil ich bin am Montag. Nachmittag wieder hier gewesen, dann hatte ich eine Show Montagabend, Dienstagabend, Mittwochabend und dann bin ich Donnerstag ganz früh mit dem, also ich bin um 05:00 Uhr aufgestanden, mein Flieger war um 7 mit dem Flieger nach Düsseldorf geflogen, hab dort eine Gala gespielt, eine private Gala mit einem LED Rad und bin dann den Tag noch dort geblieben und hatte überlegt, ob ich dann noch in Deutschland bleiben möchte oder nicht, aber bin am Ende dann doch wieder zurückgefahren mit dem Zug dann nach Paris. Das heisst, ich bin doch sehr viel hin und her in diese, das ist, was ich ganz am Anfang hier sagte, von zwischen den verschiedenen Welten. Und was ich sehr lustig fand bei dieser Gala, das war wieder so ein klassischer Ort von, es war ein längeres Event, es war so ein Sportevent und ich war die Eröffnung von dem Programm und alles andere war ein Speaker und andere Leute aus der Branche irgendwie, aber nicht aus der Entertainment Sport, nee, nicht nicht aus der Entertainment Zirkus Branche, sondern aus der Sportbranche. Und ich fand sehr, sehr lustig, dass eigentlich alle gar nicht gestresst waren. Also ich bin angekommen um 09:30 Uhr war ich da und um 10:45 Uhr war die Performance. Das heit, ich bin angekommen, hab dann einmal kurz die Bühne gecheckt, hab das einmal durchgemacht, hatte dann die Fernbedienung von dem LED Rad, was ich einem der Techniker gegeben hab, damit der das startet, weil man das LED Rad immer auch noch anmachen muss und starten muss. Das geb ich immer ab und da hoff ich immer, dass ich das an eine Person gebe, das Vertrauens, hat bisher auch immer gut funktioniert. Dann hab ich es einmal getestet, hat alles funktioniert, dann bin ich wieder zurück in die Umkleide, hab mich geschminkt, umgezogen und dann ging eigentlich schon die Performance los und ich fand richtig krass, wie wenig aufgeregt alle Leute waren dafr, dass es doch so ein bisschen enge Situation war und mir ist dann aufgefallen, es waren noch viele andere Speaker da und auch grosse Speaker und das ist in diesen Events halt ganz normal, dass die Leute halt kurz vor knapp kommen, weil es viel zu teuer ist, die so lange da zu haben und dementsprechend war ich um 11:00 Uhr schon komplett fertig mit meiner Performance und komplett durch mit meinem Job und es war super angekommen. By the way, es war eine richtig coole Eröffnung, die Leute waren super motiviert und hatten Bock da was zu sehen und war sehr, sehr cool. Also, es war richtig schön, mach ich bestimmt auch noch ein Video zu und das Lustige war aber, die Performance war halt um 10:45 Uhr, um 11:00 Uhr war ich schon fertig und normalerweise, wenn ich hier bin, steh ich um 11:00 Uhr gar nicht auf. Also bin ich noch gar nicht aufgestanden um die Uhrzeit und ich hatte halt schon meinen Job gemacht und meine Performance gemacht und ja, dann hab ich mein Rad wieder eingepackt, wieder zusammengeschraubt, ne, geschraubt, eingesteckt und bin dann am Abend noch mal zurückgefahren, weil ich dann irgendwie auch dachte, ich hatte überlegt, ob ich noch ein Tag in Deutschland bleibe, aber dann hatte ich auch überlegt, OK, aber was mache ich dann hier? Also so ein bisschen lost wollte ich dann auch nicht sein und dann hab ich gedacht, nee, ich hab eigentlich mehr Lust, wieder nach Paris zu fahren und weiter zu trainieren und da ist mir auch aufgefallen, OK, ich bin doch sehr motiviert, weiterhin zu trainieren und ich möchte weiterhin den besten Wettkampf der Welt turnen. Das heisst, noch mal zurück 2 Tage trainieren und morgen hab ich einen Termin in Mannheim. Das ist fr ein Zukunftsprojekt, ein grosses Projekt. Das ist alles aber noch in ersten ersten Schritten. Das heisst, da fahr ich hin und mal gucken, wie das so wird und berichten kann ich erst um einiges später. Aber es ist schon cool, dass man halt mit dem Zug aus Paris in dreieinhalb Stunden ist man in Mannheim oder in Köln und dass man doch viel, viel dichter dran ist, als man denkt. Ganz oft ist es so, dass, wenn ich Leuten sag, ja, ich bin in Paris oder ich wohne in Paris, das sind voll viele Leute so, boah, cool und so reagieren so, boah, was Besonderes, was ganz Tolles. Aber eigentlich ist Paris gar nicht so weit weg und teilweise führt man längere Distanzen innerhalb von Deutschland, als einfach mal kurz rüber zu kommen nach Frankreich. Die Zirkushotline heisst ja Zirkushotline, weil man natürlich auch anrufen kann mit einer kleinen Sprachnachricht und wir so ein kleines Gespräch führen können. Die Sprachen können, die Fragen können zu jedem möglichen Thema sein, das kann entweder advice sein, dass ihr wollt, dass Lea irgendwas euch erklärt oder irgendwas einordnet oder irgendwas so erklärt, wie sie es machen würde. So hatte ich ein paar Fragen vor 2 Wochen, glaub ich, oder es können Fragen sein, einfach zu Themen, die ich noch nicht genug besprochen hab, die euch interessieren. Das ist eigentlich komplett offen, es ist eine Hotline, man kann einfach so anrufen und heute haben wir 2 Fragen, die erste von der lieben Ursula und da geht es um ein Training.

Herzlichen Glckwunsch erstmal zu deinem ersten Wettkampf in diesem Jahr. Und ich hab noch Fragen zu deinem Training. Trainierst du die Figuren, die du bst, auch auf beiden Seiten? Also kannst du zum Beispiel den Backcoin Spin auch auf links oder machst du alles, drehst du alles in dieselbe Richtung? Weil ich hab so gelernt, um Disbalancen zu vermeiden, sondern immer alles auf gleich viel auf dieselbe Seite trainieren. Aber wie machst du das? Und hast du berhaupt noch Muskelkater manchmal oder bist du so trainiert, dass dir auch neue Figuren gar nichts ausmachen? Und wie machst du das so auf Reisen? Machst du da mal so ein Workout im Hotelzimmer oder so was?

Beim Cyr Rat ist es so, dass man sich immer in eine Richtung dreht. Und ob das jetzt nach links oder rechts ist, ist komplett willkürlich. Ich hab versucht, auch da rauszufinden, ob das eher Linkshänder oder Rechtshänder oder Leute, die Spagat auf eine Seite machen oder die andere Seite machen, da hat man versucht, Korrelationen irgendwie zu checken, aber so richtig rausgefunden hab ich da noch nie irgendwas. Die meisten Leute, also 2 Drittel ungefähr der Leute, drehen sich nach links, ein Drittel ungefähr nach rechts. Ob das was zu tun hat mit wer mit links schreibt oder rechts schreibt, weiss ich nicht, aber ich schätz mal, es ist auch sind ja sehr viel mehr Leute, die mit rechts schreiben als mit links und man sucht sich das aus am Anfang und dann macht man aber alles in die Richtung. Das ist so ein bisschen so wie beim Turnen, wenn man in eine Richtung schraubt, dann schraubt man nicht in die andere, sondern schraubt immer nur in eine Richtung. Und es ist natürlich schon so, dass für den Körper man halt einige Figuren, also das ist so eine kleine Dysbalance im Körper irgendwie aufbauen kann. Aber so viel Arbeit reinzusteckt, dass man alles noch mal auf die andere Seite lernt, ist nicht realistisch. Also es ist einfach viel zu viel Arbeit dafür, dass es nur darum geht, irgendwie den Körper ein bisschen auszugleichen, was man machen kann. Also solche Sachen hatten wir in der Zirkusschule, ist, dass man halt mit dem Physiotherapeuten guckt, ob man auf der einen Seite stärker ist oder schwächer ist, dass man versucht mit anderen Übungen das irgendwie auszugleichen. Es gibt einige Leute, die machen das stärker, andere Leute, die machen das weniger stark. Ich hatte ehrlich gesagt damit noch gar keine Probleme, also dass ich irgendwie schief bin oder dass irgendwas nicht passt, hat eigentlich nie irgendwelche Probleme bereitet. Von dem her, nein, ich mach alle Übungen nur in eine Richtung und ich drehe mich nach links und übrigens, wenn man mit jedem zusammen turnen möchte, zusammen performen möchte im gleichen Rad, dann muss die Person sich auch in die gleiche Richtung drehen wie du. Wenn die andere Person sich nach rechts dreht, dann geht das leider nicht. Dann zum Thema Muskelkater, hab ich noch Muskelkater, natürlich hab ich noch Muskelkater. Ich glaub, das ist ganz oft irgendwie falsch gedacht oder falsch dargestellt, dass man Muskelkater nur hat, wenn man irgendwie nicht trainiert ist oder so. Muskelkater sind im Prinzip einfach ganz kleine Verletzungen im Muskel, die kommen, wenn man neue Sachen macht oder neue Muskeln benutzt und der Körper repariert die dann und wenn sie repariert sind, dann ist man im Prinzip stärker. Sehr ganz alles sehr, sehr banal ausgedrückt und natürlich ist es so, dass man immer die gleichen Bewegungen macht, dass der Krper die halt kennt und die auch kann und auch dann nichts kaputt geht. Aber sobald man irgendwas macht, was ein bisschen anders ist, als was man sonst macht, ist es sehr wahrscheinlich, dass man Muskelkater hat oder auch wenn man einfach ganz stark an die Grenzen geht. Also auch wenn man immer die gleichen Übungen macht, aber halt an einem Tag viel, viel mehr als sonst, dann kann man auch Muskelkater kriegen und natürlich kriege ich noch Muskelkater, auch regelmässig und ich spür das auch, wie intensiv ich gerade trainiere, wie ich mich gefhl meinem Krper, das ist so, das ist wie so ein Feedback, so eine Feedbackschlaufe, die man hat und kennt und die hab ich auch schon, kenn ich schon so lange, dass es fr mich auch irgendwie so ganz normal ist. Was ich sagen wrde, ist mit der Zeit mit der Muskelkater kommt er ein bisschen spter, also frher kam er so 24 Stunden spter und jetzt kommt er so 30 Stunden spter oder so, aber ja, ich habe weiterhin Muskelkater Und dann die dritte Frage, wie ich denn trainiere, wenn ich unterwegs bin. Das ist immer davon abhngig, wie lange ich unterwegs bin. Also, wenn es so ein paar Tage sind, dann mach ich gar nichts, weil ich dann ja danach wieder trainieren kann. Wenn es jetzt lngere Zeit wre, dann wrde ich also, wei ich meistens noch ein bisschen Cardio, dass ich ein bisschen laufen geh und vor allem Beweglichkeit. Krafttraining mach ich manchmal auch, aber es ist eher selten. Also, es ist wirklich so, dass ich hauptschlich trainiere im Rad, bisschen Cardio, Beweglichkeit. und dass ich mich damit super fit halten kann. Klar, wenn ich jetzt mich vorbereiten wrde fr irgendeinen Wettkampf, also jetzt nicht ein Zierrat Wettkampf, sondern irgendwie so ein Fitnesstest oder so, dann wrde ich noch viel mehr machen. Aber im Moment ist es so, dass ich die meiste Energie einfach reinstecken mchte in mein Ziertraining und es ist auch sehr, sehr anstrengend, ist auch ein sehr gutes krperliches Full Body Workout und damit hab ich absolut genug Training.

Hallo Lea, ich wollte dich mal fragen, wie du die Zeit an der Zirkusschule erlebt hast und wie der Unterricht auf der Schule so aufgebaut war. Ich nehme an, es gab sowas wie Pflichtfcher und vielleicht noch Wahlfcher. Ich wei auch, dass du erzhlt hast, dass du das Zierrat fr dich auf der Schule quasi entdeckt hast. Und ja, mich wrde auch interessieren, wie du die Zeit so wahrgenommen hast, wie du deine Dozierenden wahrgenommen hast und ob du das Gefhl hattest, dass du da dich sicher gefhlt hast. Also ich meine, sowohl krperlich als auch mental. Und hattest du auch ein bisschen Schauspielunterricht, Schauspielgrundlagen auf der Zirkusschule? Also ich wei, dass du mal erzhlt hast, dass du ein paar Monate auf einer Schauspielschule warst, aber kann ja sein, dass auf einer Zirkusschule es da auch irgendwelche Grundlagenfcher gibt. Ich war selber auf einer Schauspielschule, habe ab und zu auch hauptberuflich als Schauspielerin gearbeitet, also ab und zu im Sinne von, ich schwanke immer alle paar Jahre hin und her. Deswegen wrde mich das einfach interessieren, weil ich berhaupt nicht wei, wie so ein wie so eine Zirkusschule, wie das aufgebaut ist und genau, mich wrde eben freuen zu hren, wie es dir da so ergangen ist. Ich wnsch dir alles Gute, ich hoffe, ich kann dich mal live erleben, weil ich deinen Content sehr, sehr spannend finde und ich find auch deinen Podcast super und ja, vielleicht bis bald.

An der Zirkusschule war ich 3 Jahre lang, von 2011 bis 2014. man muss sich das wirklich so vorstellen wie eine normale Schule und wo der Stundenplan halt anstelle von Deutsch, Mathe, Englisch hat man halt Handstand, Jonglieren, Akrobatik, Theater, Tanz und seine Hauptdisziplin. Aber es gibt noch sehr viele mehr andere andere Stunden und davon sind die meisten Pflichtstunden, also so gut wie alles eigentlich war Pflicht. man hatte einige Sachen hauptschlich im ersten Jahr, andere im zweiten, andere im dritten Jahr. Also zum Beispiel Gesang hatten wir nur im zweiten Jahr, Theater hatten wir die ganze Zeit, Tanz hatten wir am Anfang ein bisschen bisschen klassischer, dann wurde es moderner ber die Zeit. Also die haben da so eine Struktur, wie sie das aufbauen, aber man konnte wenig whlen. Also man knnte hauptschlich irgendwie noch Sachen dazu whlen, wenn man irgendwie noch was extra lernen will. Ja, man konnte nicht sagen, ich mach das oder das, wie man es damals halt an einer normalen Schule konnte. Aber es ging ja auch an der Ausbildung darum, so viele verschiedene Sachen wie mglich zu lernen, dass man einfach sehr gut ausgebildet ist. Wir hatten auch so ein bisschen Career Management und auch Anatomie, also auch so ein bisschen Theorie, aber doch sehr wenig im Vergleich zu was man haben knnte. Wir hatten auch ein bisschen Sicherheit und Rigging, also so ein bisschen alles so angefasst, aber die Hauptdisziplin ist schon das, was man, wo man sich am meisten drauf konzentriert. Und wir hatten jeden Tag von Montag bis Freitag Training und manchmal auch noch am Samstag, das war aber eigentlich mehr so Creations, also wo man irgendwie vielleicht fr Shows trainiert hat oder so, am Sonntag nie. Und normalerweise war ich an der Schule, wenn man um 8:30 Uhr an Unterrichtanfang hatte, das war schon sehr frh, hatte man nicht jeden Tag, aber manchmal schon, sonst meistens 09:30 Uhr oder 10 und dann ging es abends bis um 6 und manchmal hatte man noch Unterricht bis um 8. Ich glaub, das war das Allerspteste. Also wenn man so ein richtig krassen langen Tag hatte, dann hatte man von 8:30 Uhr bis 8. Das kam schon auch vor und die Schule hat zugemacht, wenn ich mich nicht irre, um 10 Also man konnte auch abends noch bleiben, bis um 10, Das hab ich auch ganz viel gemacht, zusammen mit Francis Savia, unsere Duonummer haben wir an der Zirkelschule kreiert und auch konzipiert, aber wir hatten da nur ganz wenig Training fr, das heit, wir haben eigentlich fast alles abends selber gemacht, wir waren dann mehrere Male die Woche abends, wo wir uns halt getroffen haben, um noch extra zu trainieren, um die Nummer auf die Beine zu stellen. und das noch nach Schauspielunterricht gefragt. Ja, wir hatten auch Schauspielunterricht, das waren so ein paar Stunden pro Woche. Auch das waren verschiedene Arten von Schauspiel, also es war wenig, wo man Text lernen musste, eigentlich kaum. Es waren meistens Improvisationen, manchmal Clown oder so Sachen, die ein bisschen grer waren. Dann hatten wir auch Buffon, ich wei gar nicht, wie das auf Deutsch heit, aber wo man auch mehr so in in Charaktere rein ist, also dass man einfach auch grere Kreaturen gespielt hat, viele mit Bewegung. Also es ging immer sehr um sehr physisches Theater, auch was halt sehr dicht ist am Zirkus, wenig so minimalistisch. Also als ich dann spter noch an einer Schauspielschule war in Paris fr ein paar Monate, was du ja auch angesprochen hast, das war mehr wirklich Theater und auch fr Kino und das ist natrlich eine ganze andere Art von Schauspiel, wenn du vor der Kamera spielst, weil du da teilweise nur ganz wenig machen musst beziehungsweise eigentlich das hauptschlich fhlen musst und dann zeigt eigentlich dein Gesicht schon alles und in der Schule hatten wir mehr so groes Theater, wo man einfach den ganzen Krper benutzt und mehr Bewegung mit reinbringt, was ja auch voll Sinn macht. Und genau, wir hatten auch Gesangsunterricht und wir mussten auch in unserem ganz letzten Jahr auch sprechen auf der Bhne, was auch fr lustigerweise fr viele Artisten ist es ein riesiges Problem, die sind ganz, ganz schchtern, wenn sie reden mssen, auf der Bhne mit dem Mikro, dass sie gar nicht mit dem Mikro umgehen knnen. Deswegen hatten wir auch diesen Gesangsunterricht. Wir mussten auch am Ende vom Jahr, vor dem zweiten Jahr, mussten wir auch ein Lied vorsingen. Da mussten alle Leute ein Lied, also alle so im zweiten Jahr mussten ein Lied vorsingen vor dem Rest der Schule. Das war auch nicht so leicht, also ich fand es nicht so schlimm, aber es gab viele Leute, die fanden das voll schlimm und es sind alles so bungen gewesen, die eigentlich nur darum gingen, einen aus einer Komfortzone rauszuholen. Also es gab viele Sachen, da ging es gar nicht so sehr um die Sache selber, sondern es ging halt so Sachen zu machen, die man sonst eigentlich gar nicht gerne macht, einfach nur, dass man sich dran gewhnt, immer und immer wieder aus der Komfortzone rauszukommen. Ich wei auch noch, im allerersten Jahr hatten wir ein Unterrichtsfach, das nannte sich Movement oder Movement oder halt Bewegung und das war eigentlich wie Tanz, aber es ging nur um Bewegung und man musste halt ganz viel improvisieren auf Musik und dann vor den anderen Leuten tanzen und es war teilweise echt unangenehm, vor allem wenn man nicht viel sowas, also wenn man solche Sachen nicht viel davor gemacht hat, nicht viel Erfahrung hatte, war das frs erste Jahr, man kennt niemanden und man ist dann da, muss ich irgendwie vor allen Leuten irgendwie tanzen, das war schon schon happig, aber man hat sich dann recht schnell dran gewhnt und man hat halt tolle bungen und Aufgabenstellung gekriegt, um damit besser umgehen zu knnen und ja, also ich glaub die Schule, die hat mich nicht nur ausgebildet als Testin, sondern auch als Mensch. Er hat mir ganz, ganz viel Selbstvertrauen gegeben und ganz viel gezeigt von Dingen, die man sich vielleicht nicht zutraut, die man aber doch kann, sehr viel Vertrauen geschenkt und natrlich auch sehr viele, ja einfach Sachen gelernt an an Tricks und an Zirkusskills und das Sirat hab ich dort auch entdeckt. Ich hab auch erst mit dem Sirat angefangen, als ich auf der Schule war, das war damals, ich war 19, das war 2011, also ich mach Sirat jetzt seit 2011, Heutzutage wrde das nicht mehr gehen. Also, heutzutage, wenn man es hier gerade machen will, braucht man auf jeden Fall mehr Vorkenntnisse. Aber damals ging das noch so, dass man es in 3 Jahren lernen konnte oder auf einem bestimmten Niveau lernen konnte und damit dann genug hatte, um um ja eine Nummer zu kreieren und einen Abschluss zu machen und dann fertig ausgebildete Artistin zu sein. Ich glaube, im Nachhinein, wenn ich jetzt noch an die Schule gehen wrde, wrde ich versuchen, noch mehr mitzunehmen, wenn es irgendwie gehen wrde. Aber Ich glaub, es war auch einfach eine tolle Zeit, so wie es war. Also, ich glaub, ich wrde gar nicht viel verndern. Es war Druck da, es war nicht leicht, es war sehr viel Arbeit, aber es war auch toll, weil es war eine Zeit in meinem Leben, wo ich nur das gemacht hab. Es ging nur darum, besser zu werden. Mein ganzes soziales Netz war dort, alle Menschen waren so wie ich, alle Leute sind so ticken, so wie ich und das hat sehr, sehr gut getan. Gerade ich komm aus einer kleinen Stadt, aus dem Sden von Deutschland. da waren die Leute zwar auch alle sehr nett, aber nicht so viele Leute waren wie ich und dann kommt man halt in eine groe Stadt in Montreal, in einem anderen Land, in einem anderen Kontinent und dann sind halt die Leute zwar nicht so wie selber, man ja, es war gab es sonst keine deutsche oder kaum deutsche Leute, aber halt vom von der Mentalitt her einfach ganz, ganz hnlich und auch von den Wnschen und das hat mir sehr, sehr gut getan und das hat mir auch gut getan, weg zu sein von meinem ursprnglichen Umfeld, um einfach komplett neu zu zu starten und komplett einfach auch rauszufinden, wer ich bin. Ich glaube, ich bin auch erwachsen geworden in der Zeit, also zwischen 19 und 22 Jahren, ist auf jeden Fall eine sehr markante Zeit. Ich mein, das ist ja auch fr die meisten Jugendlichen so, man ist erst Kind oder ein Jugendlicher, aber dann findet man sich so bis 25 oder so und da verndert sich ja noch mal ganz stark was. Das heit ja, es war eine tolle, tolle Erfahrung, wrde ich jedem empfehlen, der Zirkusartist, Autistin werden mchte, an eine Zirkusschule zu gehen und ich wrde auch jedem oder jeder empfehlen, wenn man die Chance hat, irgendwie ganz weit weg zu gehen, mal fr eine Zeit, das auf jeden Fall zu machen, kann man so viel mehr lernen, als man denkt, so viel mehr mitnimmt, als man denkt. Und ich glaub, die einzige sehr schlechte Sache ist, dass man halt sich doch stark verndert und dann das Problem manchmal passieren kann, sowie das ich versucht hab am Anfang zu beschreiben, dass man in so vielen verschiedenen Welten danach unterwegs ist, dass man sich so keiner Welt so richtig zugehrig fhlt. Also, ich hatte jetzt zum Beispiel beim Wettkampf manchmal das Gefhl, dass ich gar nicht wei, ob die anderen Leute verstehen, was mich motiviert oder wer ich wirklich bin oder was alles noch irgendwie anderes in meinem Leben ist. Und dann dachte ich aber auch, es geht ber beide Seiten. Also, ich wei auch nicht, was in den Leben von den anderen Menschen eigentlich abgeht oder stattfindet, wenn man bei so einem Wettkampf ist. Man klar, man hat so, man redet so ein bisschen miteinander und die meisten Leute haben ein Leben, was man ganz gut nachvollziehen kann, glaub ich. Aber da knnen schon groe Welten auseinander sein und dann ist man halt wieder. Hier im Mulan mit den Andrenalisten und dann versucht man zu erklren, wieso man jetzt diesen Wettkampf macht und warum das so wichtig ist und dann verstehen die das auch nicht so richtig. Und dann trifft man irgendwie Leute aus der Familie und hat dann irgendwie ganz andere Verbindungen und ist einfach, ja, ich glaub, wenn man sehr viel erlebt in sehr kurzer Zeit, ist es manchmal ein bisschen schwierig, da hinterherzukommen und Zeit zu haben, alles zu assimilieren und auch irgendwie den Leuten zu erklren und es irgendwie greifbar zu machen. Das heit ja, mit Leuten zusammen ist die sehr hnlich sind wie einer selber, dann macht es viele Dinge einfach sehr viel leichter. Ich werde das Ganze jetzt editen und dann ganz fresh hochladen, weil schon ein paar Stunden muss dieser Podcast raus und auch schon ein paar Stunden muss ich aufstehen, um dann den Zug zu nehmen, um nach Mannheim zu fahren. Und dann bin ich auch sehr gespannt, wann ich euch denn erzhlen kann von diesem groen neuen Projekt. Natrlich seid ihr im Podcast immer die ersten, die davon hren und die davon erfahren. Wird aber noch einige Wochen, wenn nicht Monate, dauern. Bis dahin wnsch ich euch eine wunderschne Woche. Schickt gerne noch ein paar Fragen rein, wenn ihr Fragen habt fr die Zirkus Hotline und ich wei auch, dass einige von euch gefragt haben, ob ich nicht eine Folge machen knnte mit Francis, dass ihr mehr ber ihn wissen wollt beziehungsweise eine Interviewfolge cool wr, hab ich auch schon mit ihm beredet, werden wir bestimmt bald machen. Das muss man natrlich so ein bisschen berlegen, bisschen vorbereiten, aber ich glaub die nchste Spezialfolge knnte eine Folge mit Francis werden. Genau, Bis dahin, habt eine schne Woche und bis ganz bald.

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